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Raus aus der Schule - rein in die Mössinger Wirklichkeit

Die Welt verändern geht leichter, als man denkt – wenn man den Mut hat, gewohnte Pfade zu verlassen. Das ist manchmal eine Herausforderung, zuweilen fällt es einem aber auch in den Schoß, eine ungewohnte Abzweigung auf dem eigentlich vertrauten Pfad nehmen zu können:
Raus aus der Schule - rein in die Mössinger Wirklichkeit!
Deswegen arbeitet die Klasse 9d im Rahmen des Deutschunterrichts und angebunden an die Unterrichtseinheiten „Sprache und Identität – Migration und Sprache", „Gespräche führen – (Job-)Interviews", „Methoden: Filmprojekt", „ITG: PowerPoint", „Erörtern und Debattieren" und vielerlei mehr, was mit „Deutsch" nur am Rande zu tun hat, an einem Projekt.
Wie genau das aussieht? Eigentlich ganz einfach...
Im Herbst 2014 suchten der Mössinger Sozialarbeiter Reinhold Geiger und der Mössinger Museumsleiter Hermann Berner jugendliche Partner für ein „Migrationsprojekt" im Rahmen des baden-württembergischen Stiftungsprojektes „Vielfalt gefällt", das für die Gesamtaktion die Mittel stellt.

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Im Rahmen dessen, so schwebte Berner und Geiger vor, sollten jugendliche Interessierte Interviews mit „Mössinger Migranten der letzten 80 Jahre" führen und diese filmen. Unter fachkundiger Anleitung einer Expertin für sogenanntes „Digital Storytelling", der filmisch zusammengeschnittenen Wiedergabe von Kurzbiographien, sollen so Kurzfilmsequenzen entstehen, die eines zeigen: Jeder Mensch ist ein Migrant.
Und so suchten die Schülerinnen und Schüler den Kontakt zum Mössinger Asylbewerber-Deutschkurs, zu „Gastarbeitern", die geblieben sind, zu heute siebzig- bis achtzigjährigen Flüchtlings"kindern", zu „Spätaussiedlern", „DDR-Flüchtlingen" – eben zu Mössingern, die eine Reise hinter sich haben.

Was aber mit dem Thema an sich verbunden ist, inhaltlich das Fremdsein, das Lernen einer fremden Sprache, das Fußfassen in einer neuen Heimat und technisch das Filmen, Aufarbeiten, gedankliche Sequenzieren, das Interviewen und gedankliche Erörtern von mit dem Ganzen verbundenen Themen, lag im Rahmen des Deutschunterrichts. Auch die Arbeit an einer professionell gestalteten Ausstellung wird ein Gewinn sein – für einige schlägt sich dies in Form einer GFS dann auch ganz konkret und kriterienorientiert in der Note nieder.

Für die betroffenen Schüler am faszinierendsten mag aber das Interview mit Comedy Star Teddy – Tedros Teclebrhan - gewesen sein, auf das sie sich im Klassenverbund vorbereitet hatten.

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Die Rolle zu wechseln, vom Schüler zum Interviewer – und Teddy, dem wohl berühmtesten „Asylbewerber Mössingens", der sich nie als Fremder fühlte, sondern in seiner Heimat Mössingen erst merkte, dass die Politik einem Menschen diesen Stempel aufsetzte, war ein großes Erlebnis. Das Teaminterview zwischen Comedy und Nachdenklichkeit, als Mensch anderen Menschen zu begegnen und dabei einmal mehr zu merken: WIR MÖSSINGER sind, egal ob berühmt oder nicht und ob aus der Ferne kommend oder „eingeboren" doch alle zusammen „ebbes ganz B'sonderes!".



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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 26. Januar 2015