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Flüchtlingsprojekt Ethik Klasse 7

Im Ethikunterricht wurde in diesem Schuljahr das Thema Flüchtlinge behandelt. Daher beschloss unsere Klasse ein Projekt über die Problematik der Flüchtlinge in unserem Land  zu machen.
Zusammen mit dem Jugendhaus M kam dann dieses Projekt zustande. Hierfür kamen Sozialarbeiter aus Augsburg, die schon seit mehreren Jahren mit Flüchtlingen arbeiten und daher ihre Erfahrungen an uns weitergeben konnten. So erhielten wir Informationen über das Leben der Flüchtlinge in ihrer Heimat, die Gründe für ihre Flucht, die gefährliche Flucht mit Schleppern sowie das Leben in Deutschland und wie sie sich fühlen, wenn sie teilweise nach Jahren ihren Asylantrag stellen dürfen. Das Projekt dauerte 2 Tage.

Erster Tag
Er begann mit der Erklärung der Begriffe Asyl, Flüchtling und BAMF.
Asyl bedeutet Aufnahme und Schutz insbesondere politisch Verfolgter. Anerkannte Asylbewerber genießen in der Bundesrepublik nach Artikel 16 des Grundgesetzes Asylrecht.
Flüchtling ist ein Sammelbegriff für alle Menschen, die durch Krieg oder politische Maßnahmen veranlasst wurden, ihre Heimat zu verlassen.Die Flüchtlinge stehen unter dem Schutz der Flüchtlingskonvention. Dabei dürfen die Rasse, die Herkunft sowie der Kulturkreis keine Rolle spielen.

BAMF ist das Bundesamt für Migration der Flüchtlinge.
Anhand von Spielen wurde uns gezeigt, wie die Flüchtlinge sich fühlen:
wie unsicher sie in der fremden Umgebung sind.
wie oft sie falsch von uns verstanden werden und
wie oft sie für Dinge verdächtigt werden, die sie nicht getan haben.
Wir wurden in den Spielen in die Lage der Flüchtlinge versetzt und konnten so gut begreifen, was sie auf der Flucht mitmachen und wie unsicher sie sich in dem fremden Land fühlen.
Auch mit Bildern wurde uns gezeigt, wie die Flüchtlinge in ihren Unterkünften leben.
Ein Video zeigte uns, wie die Flüchtlinge von ihren Schleppern, denen sie viel Geld bezahlen müssen, über mehrere Tage in LKW´s oder Kleintransportern transportiert wurden. Viele Flüchtlinge haben noch heute ein schweres Trauma von der Flucht.
Am Ende des Tages haben wir noch ein Video angesehen, in dem Flüchtlinge zu Unrecht verdächtigt wurden, Straftaten begangen zu haben.

Der zweite Tag
Nach der Begrüßung erhielten wir einen kurzen Überblick über das Programm des Tages. Als Erstes mussten wir uns mit den Werten wie Kinderfreundlichkeit, Disziplin, Religion, Gastfreundschaft zuerst alleine, dann in Gruppen auseinandersetzen. Dabei ergab sich, dass für viele die Gastfreundschaft unwichtig war.
Als nächstes sprachen wir über die verschiedenen Kulturen und darüber, dass viele Deutsche davor Angst haben, dass unsere Kultur durch die große Anzahl von Asylanten zerstört wird.

Am meisten beeindruckt hat uns das Spiel, das uns gezeigt hat, wie sich die Flucht der  Menschen abspielt und wie man sich dabei fühlt. Die Lehrer spielten die Schlepper und wir Schüler waren die Flüchtlinge. Während des Spiels wurden immer wieder Schüler aus dem Zimmer geholt. Keiner wusste, wann er geholt wurde. Man durfte nicht sprechen. Alle Wertsachen wie Handy und Geld wurden jedem abgenommen. Außerdem musste man die Schuhe ausziehen. Die Lehrer (Schlepper) schrien uns an und zogen an uns herum. Man wurde in einen Wagen gesetzt, in dem schon andere Flüchtlinge saßen. Dabei hörte man im Hintergrund Stimmen und Schüsse. Dann wurde man wieder aus dem Wagen herausgezogen und in ein Zwischenlager gebracht, in dem es sehr ungemütlich war. Nach dieser gespielten Flucht wurden wir gefragt, wie wir uns gefühlt haben. Alle fühlten sich sehr schlecht behandelt.

Außerdem wurde uns in einem weiteren Rollenspiel gezeigt, wie schlecht die Flüchtlinge oftmals beim Stellen ihres Asylantrages behandelt werden.
Durch das 2-tägige Projekt wurde uns gezeigt, dass die Flüchtlinge, die bei uns Asyl beantragen, Furchtbares erlebt haben und dass wir sie hier in unserem Land anständig behandeln und ihnen helfen sollten.

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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 07. Juli 2016