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Autorenlesung in der Stadtbücherei mit Patrick Hertweck

Mit großer Vorfreude und einer gehörigen Portion Neugier besuchten die Klassen 5a und 6a des Quenstedt Gymnasiums am vorletzten Schultag vor den Herbstferien die Stadtbücherei, um dort im Rahmen der landesweiten Frederik-Woche dem Kinder- und Jugendbuchautoren Patrick Hertweck zu lauschen.
Dieser hatte sein Erstlingswerk Maggie und die Stadt der Diebe mitgebracht.

Bevor er allerdings mit dem Vorlesen der Geschichte begann, erzählte Hertweck, wie es in New York um 1871 aussah. New York war eine Einwandererstadt. Aufgrund von Hungersnöten und bitterer Armut entschlossen sich viele Familien aus Europa nach Amerika auszuwandern. Die Schiffe mit den meist mittellosen Einwanderern aus Europa kamen dann alle im New Yorker Hafen an.

Bevor die Menschen die Weiterreise in den Wilden Westen antreten konnten, mussten sie irgendwo in Manhattan unterkommen. Die Insel war zu dieser Zeit ein Armenviertel, Slums und einfachste Unterkünfte prägten das Bild. Häufig lebten mehrere Familien in einem Zimmer. Viele Kinder versuchten sich auch als Straßenkinder durchzuschlagen. Dieses Schicksal ereilte auch die Hauptfigur des historischen Romans:
„Ziellos irrt Maggie durch schmutzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer bringen: der sagenumwobene Herrscher über die New Yorker Unterwelt.“

Konzentriert und gebannt folgten die Klassen der spannenden Handlung des Buches, natürlich sparte Patrick Hertweck das Ende aus.
Anschließend beantwortete die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler, z.B. wie er zum Schreiben kam. Er begann erst mit 42 Jahren, nachdem die Medienfirma, bei der er bis dahin arbeitete, schließen musste und er sich dann in der Folge als Hausmann um sein drei Söhne kümmerte. Als diese schliefen, erinnerte er sich an seinen Traum, ein Buch zu schreiben.

Hertweck schreibt seine Bücher übrigens wie sein Vorbild J.K. Rowling in seiner Stammkneipe und er kann sich nicht vorstellen, wie man jemals Bücher ohne Laptop schreiben konnte.
Auf die Frage, ob er schon immer viel gelesen habe, antwortete er ausführlich: „Es hat nicht viel gefehlt und die unendlich große und bunte Welt der Literatur wäre mir zeitlebens verborgen geblieben, denn bis zu meinem 10. Lebensjahr scheiterten sämtliche Überredungskünste meiner Eltern und Großeltern, mich für das Lesen zu begeistern. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich hinter den endlosen Buchstabenreihen zwischen zwei Buchdeckeln irgendwas Interessantes verbergen könne. Glück und Zufall belehrten mich gottlob eines Besseren. Es waren Sommerferien und ich langweilte mich zu Tode.“ Er entdeckte ‚Die Schatzinsel‘ von Stevenson und begann eine Reise in seiner Fantasie.

Es besteht also Hoffnung für Eltern, dass Kinder das Lesen auch später noch entdecken. Man könnte ja ‚Maggie und die Stadt der Diebe‘ in der Stadtbücherei ausleihen… diese Autorenlesung hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 03. November 2021