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Abschiedsinterview mit Jonas Puhm, unserem Schulsozialarbeiter

1. Hat es dir Freude gemacht, am QG zu arbeiten?
Ja, ganz große Freude, es war nicht nur Arbeit, ich habe einen Großteil meiner Zeit am QG verbracht – es war eine sehr schöne Zeit!

2. Wie lange warst du bei uns SSA?
Im September 2018 habe ich angefangen, also 3,5 Jahre.

3. Bist du traurig, dass du aufhörst am QG zu arbeiten?
Ja, ich bin sehr traurig.

4. Warum verlässt du uns?
Ich höre nicht ganz auf, ich bin immer noch ein bisschen hier am QG, denn ich arbeite jetzt an sieben Schulen im Steinlachtal als Bereichsleiter des Gebietes Steinlachtal, auch die Friedrich-List-Schule gehört dazu.

5. Was machst du bei deiner neuen Tätigkeit ? Arbeitest du auch als SSA?
Ja, ich arbeite weiterhin in der Schulsozialarbeit. Ich berate jetzt die Schulsozialarbeiter in den sieben Schulen des Steinlachtals als Bereichsleiter, das ist jetzt sozusagen eine Stufe höher.

6. Wo hast du gearbeitet, bevor du an ́s QG kamst?
Ich habe 10 Jahre mobile Straßenarbeit gemacht, da habe ich in Stuttgart und Reutlingen und in Kenia gearbeitet. In Kenia habe ich mich als Streetworker um Straßenkinder gekümmert. Das waren Waisenkinder und obdachlose Kinder. In der mobilen Jugendarbeit haben wir gegen Armut und Hunger gekämpft und uns um Freizeitangebote gekümmert.

7. Wie wird man eigentlich Schulsozialarbeiter? Macht man eine Ausbildung oder studiert man?
Man muss studieren, das Fach heißt „Soziale Arbeit“, nach drei Jahren macht man seinen Bachelor-Abschluss. Der Bereich Schulsozialarbeit ist aber nur ein Teil des Arbeitsgebietes.

8. Wirst du das QG vermissen?
Ja, sicher. Aber nicht nur das QG als Schule, besonders alle SchülerInnen und die Lehrkräfte sowie Projekte wie die Friedenskraniche.


9. Kommt ein Nachfolger für dich ? Wann kommt er?
Ja, am 1. Juli kommt mein Nachfolger – vielleicht auch schon früher. Herr Christian Baumgartner arbeitet noch woanders. In der Zwischenzeit gibt es am QG verschiedene Ansprechpartner für Beratung: Frau Halm und Frau Schröder als Verbindungslehrer sowie Herr Volk als Beratungslehrer. Die AGs laufen alle normal weiter.

10. War deine Tätigkeit am QG anstrengend?
Ja, schon. Es gab viele Herausforderungen, es hat nicht nur Spaß gemacht. Es war auch anstrengend, wenn z.B. die Bereitschaft fehlte, Konflikte lösen zu wollen.


11. Was hat dir am meisten Spaß gemacht bei uns am QG?
Das ist schwer zu beantworten, eigentlich alles, es gab so viele tolle Aktionen. Besonders schön ist es, Schülern dabei zu helfen, ihre Ideen umzusetzen.


12. Wie war die Kooperation mit den Schülern?
In meinen Augen war sie super und ich danke allen Schülern für ihr Vertrauen, denn das Vertrauen ist die Basis meiner Arbeit. Nur so kann ich 100 Schülerberatungen pro Jahr durchführen.


13. Was war die coolste Aktion der SSA am QG?
Ich denke, das können die Schüler am besten beurteilen. Besonders hervorheben kann ich aber die Flaschendeckelaktion, da haben wir 12.560 Plastikschraubverschlüsse unter dem Motto „Deckel gegen polio = 25 Leben ohne polio“ für die Polio-Schutzimpfung gesammelt. Auch die Klassenräte, die Schülerzeitung, die Corona-Masken-Aktion, das Taschenrecycling-Projekt und die Friedensaktion der Kraniche fallen mir ein. Auffällig ist, dass viele der Aktionen in die Coronazeit fallen.

14. Was machst du eigentlich, wenn Schulferien sind ? Hast du dann frei?
Nein, frei habe ich da nicht, aber etwas mehr Zeit. Ich habe 6 Kinder und die haben dann zum Teil auch Ferien. In den Ferien kümmere ich mich um neue Projekte und Ausbildungen wie z.B. die Streitschlichterausbildung.

15. Wie war die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften?
Die war wunderbar. Besonders schön war es, so schnell dazuzugehören, gleich aufgenommen zu werden. Bei den vielen Aktionen und Projekten waren auch immer Lehrkräfte dabei.


16. Ein Spruch zum Schluss. Auch wenn die Situation gerade schlecht ist oder man jemanden nicht mag, muss man immer das Gute im Menschen suchen.


17. Ein besonders bemerkenswertes Ereignis/Erlebnis am QG:
Am 17.3.2020 in der 5. 6. Stunde wollten wir als Schulgemeinschaft anlässlich des 25jährigen Jubiläums von „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Toleranz setzten. Die ganze Schule wollte sich auf der Wiese vor der GRS versammeln und mit bunten Tüchern unser Schullogo mit Luftbildern nachstellen. Das hatten die SMV, die #q-rage AG und die Schülerkonferenz lange vorbereitet. Es war eine riesige Enttäuschung, als am 16.3. die Schulen schließen mussten - Lockdown, Schock, alles umsonst? Kurze Zeit später fand online ein Treffen der Orga-Gruppe statt auf Wunsch einiger Schüler. Wir haben gemeinsam einen Weg gefunden die Aktion trotzdem durchzuführen. Das schöne Plakat mit der Fotokollage und der Aufschrift "gemeinsam bunt, gemeinsam stark!" ist noch im Schulhaus zu sehen. Aus schlimmen Ereignissen oder Enttäuschungen lässt sich (gemeinsam) etwas Gutes machen.


Danke euch für diese Erfahrung.



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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 29. April 2022