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Besuch bei den Verkehrsmentor*innen

Lokführerin Franci, Abiturientin beim ersten G8-Abi am Quenstedt zu Besuch bei den Verkehrsmentor*innen

Im IRE von Mössingen nach Stuttgart beträgt der Bremsweg bei der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ganze 1000 Meter. Vielen Jugendlichen, die schnell noch ein Bahngleis überqueren wollen oder am Bahngleis herumtollen, ist solch eine Bremsweglänge von 1 km nicht bewusst.

Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können, so leise und hoch konzentriert folgten die Verkehrsmentor*innen aus den Klassen 7 bis 9 den Ausführungen von Triebwagenführerin Franci Katzmann Anfang Juli 2022. Franci war in doppelter Hinsicht zweimal die Erste: In ihrer Schulzeit am Quenstedt-Gymnasium war sie bei den allerersten Verkehrsmentor*innen im Pilotprojekt-Jahrgang 2008/2009 dabei. Auch beim ersten G8-Abitur 2012 war sie am Quenstedt-Gymnasium mit von der Partie. Dem Quenstedt-Gymnasium und dem Verkehrsmentorenprojekt ist sie seit Jahren unter anderem durch ihre ehrenamtliche Mitarbeit bis heute verbunden geblieben. Eindrücklich veranschaulichte die gelernte Motorrad-Mechanikerin und Lokführerin die schönen sowie die fordernden Seiten der Ausbildung zur Triebwagenführerin sowie ihres sehr wichtigen Berufes. Für sie ist es wunderbar, bei Sonnenaufgang einen Zug zu steuern. Sie informierte die Verkehrsmentor*innen fachkundig über Sicherheitseinrichtungen wie Notbremsung, Sprechanlagen, Videoaufzeichnung und zu vielen technischen Details, die v.a. von Schüler*innen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Profil nachgefragt wurden. Wichtig war ihr auch, auf unterschätzte Gefahren einzugehen. Der neue Trendsport Parkour ist unter Jugendlichen besonders beliebt. Wenn er aus Unwissenheit oder Übermut an Bahnanlagen wie z.B. Güterbahnhöfen ausgeübt wird, kann dies tödlich enden.
Die Verkehrsmentorinnen und Verkehrsmentoren haben jetzt gelernt, dass Oberleitungen an Bahnanlagen mit 15.000 Volt das Vielfache einer Haushaltssteckdose haben. Sich solch einer Oberleitung zum Beispiel zu nähern, war vor nicht allzu langer Zeit für einen jungen Mann in Tübingen tödlich.

Belastend für das Fahrpersonal und für Reisende sind Situationen, wenn Personen den weißen Sicherheitsstreifen an Bahnsteigen nicht achten und von der Sogwirkung z.B. eines durchfahrenden Zuges mitgerissen werden oder wenn man als Lokführerin mit ansehen muss, dass ein unvorsichtiger Mensch trotz Vollbremsung und Notruf von einem Zug überrollt wird.

Lokführerin Franci gab einen sehr authentischen Einblick in ihren Beruf und zeigte den Schülerinnen und Schülern, dass auch Frauen solch einen Beruf ausüben können, der viel mit Technik und Geschwindigkeit zu tun hat, aber auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein voraussetzt. Ein Verkehrsmentor mit NWT-Profil kommentierte: „Ich hätte nicht gedacht, dass das so spannend und gut wird.“

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Kategorie: Tagebuch
Veröffentlicht am 15. Juli 2022